Lange Nacht der Florenbergkirche
Die neue Pfarrgemeinde St.Flora und der Förderverein Florenberg haben der neuen Partnerschaft auf dem Florenberg eine `lange Nacht der Florenbergkirche´ gewidmet. Pfarrer Rudolf Liebig und der Vorsitzende des Fördervereins Florenberg Peter-Michael Auth hatten sich auf das thematische Band `Liebe´ verständigt, dass sich zwischen den unterschiedlichen Teilveranstaltungen des Abends hindurchschlängeln sollte.
Eröffnet wurde die Abendveranstaltung mit einem Festgottesdienst ` Allumfassend versendet seine Liebe ihre Strahlen. Zelebriert wurde der Gottesdienst von Pfarrer Rudolf Liebig.
Erkennt der Mensch aber die Freude, die ihm von einem Anderen entgegenkommt, dann empfindet er in seinem Herzen ein großes Entzücken; denn dann erinnert sich die Seele wie sie vo nGott erschaffen ist. Sie Satz von Hildegard von Bingen wurde zum Leitmotiv und verband damit den Gottesdienst sowohl mit dem Vortrag Anima animosos als auch mit dem Drama Caritamerogape.
Das Schlussgebet forderte die Gottesdienstbesuchenden auf
Habt ein Herz aus Edelstein;
denn die Liebe kann nur in einem edlen Herzen wohnen.
Zum Zeichen dafür waren während des Dankgebets kleine Edelsteinherzen ausgegeben an alle ausgegeben worden, die Zeichen sein sollen uns als Boten der Liebe zu verstehen.
Nach einer Verpflegungspause durch Mitglieder des Fördervereins vor dem Backhaus fanden sich die meisten Besucher und Besucherinnen wieder im Gotteshaus ein, um den Klängen des Duos `Anima animoso´ zu lauschen. Miriam Vogt und Gregor Kemper präsentierten dem Publikum eine Vielzahl unterschiedliche Flöten, die im Zusammenspiel mit Leiern zum Einsatz kamen. Unter dem Hildegard von Bingen entliehenen Motto `Caritas abundat´ begeisterte das Duo seine Zuhörerschaft und verwob die musikalischen Elemente mit lyrischen Texten zum Thema Liebe.
In unserer lauten Zeit scheint es eine Herausforderung zu sein, die leisen Klänge und Töne annehmen zu können.
Langanhaltender kräftiger Applaus vermittelte den beiden Protagonisten die Wertschätzung ihrer virtuosen Leistung.
Während der folgenden Abbau- und Aufbauphase, stand das Florenbergteam wieder als Verpfle-gungspersonal bereit, um die Gäste mit allerlei Köstlichkeiten zu bewirten.
Trotz der fortgeschrittenen Zeit waren viele Zuschauer und Zuschauerinnen geblieben oder sogar neue hinzugestoßen, um das Mikrodrama `Caritamerogape´ mitzuerleben. Dabei erwies sich der Titel des Stücks als Programm, verschiedene Facetten des Liebesbegriffes auszudifferenzieren. Hatte der Autor, Nathanael Barthol noch im Vorfeld beklagt, wie schwierig es sei, solche abstrakten Begriffe ins Bild zu rücken, gelang es den beiden Mitgliedern des Ensembles ` Bartholomä´, Andreas Gamisch und Peter-Michael Auth jedoch, die Zuschauenden durch ihr engagiertes Spiel zu bannen: Der `Alte´, im Rollstuhl sitzend, musste sich mit der Perspektive des ´Jüngeren´ auf die Liebe auseinandersetzen. Dabei botendie Züge, die in einer Art Fernschach miteinander ausgetragen wurden, Anlass zu Gedanken über Caritas, Amor, Eros und Agape. Unter Verschmelzen der beiden Lebensphasen mit unterschiedlicher Lebenserfahrung und unter Bezug auf den Paulusbrief endete das Drama mit stehenden Ovationen, die die beiden Protagonisten überraschten.
Alles in allem für alle Seiten ein anstrengender, aber lohnenswerter Abend, der die Verantwortlichen zu weiteren Nächten der Florenbergkirche motiviert hat.