Adventskonzert auf dem Florenberg 
mit dem Vokalensemble tonART

Gleich vorweg: ein Abend voller Genuss.​
Über Hundert Besuchende füllten nach und nach erwartungsfroh das stimmungsvoll beleuchtete Kirchenschiff. Währenddessen sang sich das Ensemble in der Schulstrube des SchulZeitHauses konzentriert ein.​
Eröffnet wurde das Konzert mit `Conditor alme siderum´, einem Hymnus aus dem 6.Jahrhundert; mit ihm zauberte das Vokalensemble ein erstes akustische Klangelement in den Kirchenraum.​
Wolfgang Kranzmüller, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Fördervereins begrüßte im Anschluss das Ensemble und seinen Dirigenten Alexan der Summa, gab einen kurzen Einblick in den Werdegang des Chores und verhieß einen besonderen Abend.​
Mit `Oh Heiland reiß die Himmel auf´ nahm das Ensemble den Spannungsbogen des Abends mit einem bekannten Adventslied auf, das in seiner dorischen Tonart und mit seinem eher unbequemen Text so gar nicht in die Adventszeit zu passen scheint; vielleicht aber in unsere historische Situation. In einem seiner ersten Zwischentexte - von der Emporegesprochen- verwies Peter-M.Auth auf den historischen Kontext des Liedtextes: Friedrich Spee, der eine Phase seiner jesuitischen Ausbildung in Fulda verbrachte, hatte den Text 1622 im Zusammenhang mit seiner Cautio criminalis, dem anonymen Kampf gegen die Hexenverbrennung in einer Zeit des 30-jährigen Krieges und der Pest als eine Art Sehnsuchtslied verfasst.​
Die Bachkantate `Wachet auf´ (1731) basierend auf dem Kirchenlied Philipp Nicolais aus dem Jahre 1599, stellte einen Weckruf voran, bevor zwei Verkündigungslieder Brahms´folgten: `Gegrüßet Maria´und `Es flog ein Täublein weiße´. Die weiße Taube, die sich auf Mariens Hand niedersetzt, repräsentiert den Heiligen Geist; was zur aktuellen Frage im folgenden Zwischentext herausfordert: `Mit welchem Geist lebst du?´​
Mit klarer Intonation und harmonischem Klang wurde das Motiv des Morgensterns über zwei Lieder in den Mittelpunkt gerückt:`O komm, o komm, du Morgenstern´und `Die Nacht ist vorgedrungen´​

Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern.
Auch wer zur Nacht geweinet , der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.

Symbolisch wird der Morgenstern für Jesus Christus ins Bild gerückt, als Bringer des Lichtes und der Hoffnung in der Dunkelheit der Welt.​
Der Satz „Sei stille dem Herrn und warte auf ihn, der wird dir geben, was dein Herz wünscht“ ist eine Arie aus Felix Mendelssohn-Bartholdys Oratorium `Elias´(1846) basierend auf alttestamentarischen Texten; dem Ensemble gelang es in besonderem Maße dem romantischen Ton der Arie präzise zu folgen. „Sei stille dem Herrn…“ eine Aufforderung zu Geduld, Vertrauen und innerer Ruhe – mit Blick auf die Ankunft des Herrn.

Und so vollendet sich der Spannungsbogen: nach `There is no rose´ über den Psalm 24:7-10 "Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe, nach einem Satz von Andreas Hammerschmidt aus dem 17.Jahrhundert.​
Den Abschluss bildete `Macht hoch die Tür´ das in gleicher Weise auf Psalm 24 basiert.​Auf der Orgel von Alexander Summa begleitet, stimmten die Konzertbesuchenden in eines der traditionellsten Adventslieder sowohl der katholischen als auch der evangelischen Christen ein.

Und alle waren am Ende enttäuscht - was bei den harten Büßerbänken der Florenbergkirche nicht häufig vorkommt - enttäuscht darüber, dass das Konzert schon zu Ende war. Und alle freuen sich darauf, das Vokalensemble tonART bald wieder auf dem Florenberg begrüßen zu können.​

Das Team des Fördervereins hatte vor dem Backhaus eine Verpflegungsstation aufgebaut, sodass eine Vielzahl von begeisterten Zuhörern und Zuhörerinnen miteinander ins Gespräch kommen konnten.

Ein rundum gelungener Abend.