Das SchulZeitHaus

im Florenberg Ensemble

Historisches 

Interaktionsfeld 1 - die Schulstube

Interaktionsfeld 2 - die Lese- und Schreibstube

Interaktionsfeld 3 - der literarische Salon um 1900

Bildergalerie: Ausgeführte Arbeiten 

Bildergalerie: Räume im Umbau

Das Schulhaus auf dem Florenberg

Die Schule als Pfarrschule auf dem Florenberg

„Die Schule gilt als Tochter der Kirche. Das ist auf dem Florenberg schon daraus ersichtlich, dass das Schulhaus in unmittelbarer Nähe zum Gotteshaus steht und auf Kirchenboden gebaut ist.

Auch die Instandhaltung des Schulgebäudes, bestehend aus Lehrer-wohnung und Schulsaal, wurde in früheren Zeiten aus Mitteln der Kirche bestritten. In den alten Jahresrechnungen finden sich nämlich stets Ausgaben für Ausbesserungen oder Neuherstellung der Türen, Fenster, des Daches usw. des Schulgebäudes.“ (P. Damasus Fuchs OFM,1928)​

Das 1602 entstandene Schulhaus, das älteste des Fuldaer Landes, fügtsich gleich nebst dem Torbogen zu rechten Seite in das Florenberg-En-semble ein: ein weiß geschindelter Fachwerk-Rechteckbau mit der Schul-stube auf der rechten und der Lehrerwohnung auf der linken Seite des Hauses. Der Eingangsbereich hat sich im Laufe der Jahrhunderte stetig verändert.

Kinder aus Pilgerzell, Edelzell und Engelhelms sowie aus Bronnzell besuch-ten die Schule auf dem Florenberg; die räumliche Enge und das Unterrich-ten über alle Klassenstufen hinweg, heute kaum vorstellbar; mehr als 200 Kinder besuchten gleichzeitig die Schule auf dem Florenberg

Ein angeforderter Bericht des Lehrers Thomas vom Florenberg aus dem J. 1691 an das Fuldaer Konsistorium gibt Einblick: Den Winter hindurch, als von Martini an bis Fasten, wird täglich Schul gehalten, drei Stunden morgens und solang nachmittags. Spieltäg  werden den Schulkindern gar wenig und selten ver-gönnt und den ganzen Winter hindurch keine 4 oder 5 geben. In der Schule sitzen Buben und Mägdlein voneinander abgesondert. Was tüchtig dazu, lernt den katholischen Katechismus auswendig. Wird die Jugend gewöhnlich in dem 12. Jahr zum Beichten und Kommunizieren-Unterricht angehalten. – Es sind bei etlich und 20 Kinder verwichenen Winter zur Schul kommen. Die Eltern aber beklagen sich, dass der Berg von den Dorfschaften zu weit entlegen und wegen Schnees und größerer Kälte sind die Kinder nicht wohl zu Schule zu schicken; aber welche wohl darzu tauglich, und wohl könnten, müssen zuhause bleiben und spinnen und sind sonderlich die Brunzeller mit Schickung ihrer Kinder gar widerspenstig.“1
Dass das Schreiben nur auf einen Unterricht im Winter Bezug nimmt, liegt daran, dass im Sommer zunächst keine Schule stattfand, da die Kinder in der Landwirtschaft der Eltern gebraucht wurden. Unter den aufklärerischen Vorstellungen Heinrich von Bibras wurden Schulen gegründet und Bildungseinrichtungen (öffentliche Bibliotheken) eingeführt;  1772 ordnete der Fürstabt an, dass Unterricht ganzjährig stattzufinden habe.

So ist es nicht verwunderlich, dass auch der Lehrer streng eingefügt war in das System Kirche-Schule, war er doch nicht nur Lehrer, sondern auch Kirchenmusikus und Küster; daneben aber auch Vorstand der Raiffeisen-kasse und Landwirt; Von der Lehrerstelle allein konnte die Familie nicht leben.