Interaktionsfeld 1 „die Schulstube“

Ausstattung
Die Schulstube konnte mit einer Truhe, einem historischen Setzschrank und bisher mit zwei alten Schulbänken ausgestattet werden.​
Weiteres Schulmöbel, insbesondere ein Katheder und eine Tafel auf einem Stativ werden gesucht, dazu der Ständer für eine bereits vorhandene Schüssel zum Tafelwischen;  ein Spucknapf für den Priem des Lehrers ist vorhanden. An den Wänden können historische Wandtafeln an Bilder-abhängungen präsentiert werden(vorhanden).Ein historischer Ofen er-gänzt den Raum. Ein traditioneller Esel aus Buchenholz ist in Vorbereitung.
Für eine historische Schulstunde bedarf es kleiner Schiefertafel, Griffel etc.
Historischer Kontext​
Die Schule um 1910 ist geprägt durch die räumliche Enge, durch die Separierung nach Geschlecht oder Religion und gekennzeichnet durch Ordnung, Disziplin, Vaterlandsliebe und Verehrung des Kaisers.​
Meistens waren auf dem Land – so wie am Florenberg - die Schulen so klein, dass die Schüler verschiedener Klassen in einem Raum Unterricht hatten. Außerdem war es im Winter oft schwierig zu heizen - meist gab es nur einen Holzofen im Raum, und das Holz musste von den Gemeinden an die Schulen gegeben werden, was oft nicht oder nur teilweise erfolgte. So musst die Kinder häufig ein Stück Holz oder einen in Papier eingewickelten Brikett mitbringen.​
Die sog. Rohrstockpädagogik umfasste nicht nur körperliche Strafen, wie das sog. Tatzen, bei dem auf Hände oder Finger mit dem Rohrstock ge-schlagen wurde, sondern auch seelische Strafen in Form von Demü-tigungen, wie das Tragen einer Eselskappe, dem Sitzen auf einem Holzesel oder der Eselsbank. Die körperlichen Strafen wurden zwischen 1969 (Hamburg) und 1983 (Bayern) verboten. Erst im Jahr 2000 beschloss der Bundestag das "Gesetz zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung"  Im BGB heißt es jetzt: "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdi-gende Maßnahmen sind unzulässig."
Interaktionsplan und Adressat
Adressat einer Schulstunde aus 1912 sind sowohl Erwachsene als auch Schüler und Schülerinnen. Trotz allen Ernstes bleibt die Schulstunde Spiel. Sie soll jedoch die Gegebenheiten früherer Unterrichtssituation lebendig werden lassen und die Erwachsenen vielleicht mit ihren Erinnerungen, die Kinder aber mit der völlig anderen Lernsituation in Schule konfrontieren.Die Stunde soll eindrücklich zeigen: Es gibt für die Kinder keine Freiräume, eigenständig denken, kritisch zu hinterfragen, sich eine Meinung zu bilden und zu vertreten – all dies ist tabu. 
Damit die Kinder und Jugendlichen in eine Rolle verfallen können, erhalten sie antiquierte Namen(Namensschilder), wie sie um 1910 üblich waren: Berta, Hans, Karl, Josepha, Josef, Gertrud, Erna Martha, Anna, Käthe, Lisbeth, Walter, Wilhelm, Otto, Heinrich, Erich, Ernst etc., vielleicht – wenn zugänglich auch Accessoires im Bereich Kleidung (z.B. Schürzen) etc.
• Die Hände nebeneinander auf den Tischen gelegt, die Füße dicht zusammen- sittsam aufgereiht sitzen Erwachsene wie Kinder in denBänken. 

• Lehrer prüft in einer Liste am Katheder; Frage an Berta und Hans, wo den das Stück Holz bzw. der Brikett sei, das bzw. den sie an diesem Tag hätten  mit bringen müssen Zur Strafe zwei Schläge mit dem Rohrstock (angedeutet).

• Hans berichtet, dass der Vater ihm keinen Brikett mitgegeben habe.
Da Hans den Satz nicht mit `Herr Lehrer beendet, erzürnt den Lehrer. Beide werden in das Strafenbuch eingetragen : Berta Kohlgrunder und Hans Siebeneisen / Strafe zwei Schläge mit dem Rohrstock / wegen Sabotierens.

• Alle springen auf, als der Lehrer mit dem Zeigestock auf das Porträt Kaiser Wilhelms II.zeigt. Der Lehrer : "Unser allergnädigster und geliebter Kaiser, er lebe hoch!" Die Kinder wiederholen und lassen den Kaiser noch zweimal hochleben.

• Die Schulstunde beginnt mit dem Schreiben. Dazu treten die Außen-Sitzenden aus der Bank, legen ihre Hände an Rock oder Hosennaht und warten auf die Anweisung. Der Lehrer reicht diesen Kindern die auf dem Katheder liegenden Schiefertafeln, die sie mit Diener oder Knicks entgegennehmen.

• Der Lehrer teilt die Griffel aus und verteilt die eine oder andere (zarte) Kopfnuss an unruhige Jungs.

• Das Schreiben selbst erfolgt getaktet. Beim Schreiben des -i-, wird der Takt durch eine Formel des Lehrers vorgegeben: "Rauf, runter, rauf, Pünktchen oben drauf." 

• Heinrich, dem dies nicht zu gelingen scheint, wird lächerlich gemacht, am Ohr zum Esel gezogen und muss sich mit dem Gesicht zur Wand verkehrt herum auf den Esel setzen.

• Etc.etc.etc